Endlich – es ist wieder Kuschelzeit.
Ich beobachte wie Jenny Decken und Kissen auf den Boden legt und es sich bequem macht. Dann lächelt sie mich ganz freundlich an und streckt mir eine Hand entgegen. Ich lag die ganze Zeit in meinem Bett und bin so froh einen ruhigen Rückzugsort zu haben. Ist schon schöner als immer nur ein Stuhl im dunklen Schlafzimmer. Hier kann ich alles beobachten und fühle mich doch sicher. Ich stehe langsam auf, recke mich kurz und gehe vorsichtig auf Jenny zu. Sie lässt mich an ihrer Hand schnuppern und da ist doch ein gewisser Geruch von….mhhh, Keksen. Ich weiß was jetzt kommt: wir spielen wieder Touch, oder?!!!
Dieses Spiel macht mir echt Spaß. Ich setze mich auf die Decke und schaue Jenny gespannt an. Tatsache nimmt sie einen Keks aus einer Tüte und macht eine Faust drum. Dann hält sie mir eine Faust und eine offene Hand entgegen. Heute bin ich nicht mehr so aufgeregt, weil ich ja weiß, dass ich die offene Hand anstupsen soll. Sogleich strecke ich meine Nase zur offenen Hand, Jenny sagt „Touch“ und ich bekomme den Keks aus der Faust. Ich bin ganz stolz auf mich. Jenny lobt mich ausführlich und streichelt mich. Los weiter! Ich weiß doch jetzt wie es geht.
Das können wir bitte jetzt ganz oft machen. Ich habe nicht so genau mitgezählt, aber nach einigen Touchs packt Jenny die Kekstüte beiseite und setzt sich breitbeinig auf die Decke. Ich lege mich zwischen ihre Beine, meinen Rücken drücke ich fest an ihr eines Bein ran. Das tut so gut. Ich fühle ich mich absolut sicher. Hier kann mir nicht passieren. Sanft streichelt mich Jennys Hand. Langsam schließe ich die Augen. Und atme tief durch. Das Atmen ist nicht immer so leicht. Immer wieder erschrecke ich mich und dann halte ich kurz meinen Atem an. Und danach passiert etwas ganz witziges. Ich hickse einige Male. Das klingt total komisch. Hört aber auch wieder von allein auf. Darum ist es so schön ruhig und tief zu atmen. Meine Augen werden schwerer und ich döse ein. Einige Zeit später kommt Rene nach Hause. Heute freue ich mich schon etwas mehr. Denn auch er spielt mit mir Touch. Und er lobt mich ganz oft, denn anscheinend mache ich es richtig gut. Dann sitzen wir alle drei auf der Decke und ich werde von zwei Händen gestreichelt. So schön.
Jenny und Rene unterhalten sich leise. Das mag ich sehr. Dabei kann ich gut einschlafen. Doch plötzlich schrecke ich hoch. Ein lautes Geräusch. Was ist das? Ich setze mich hin und schaue in alle Richtungen. Rene steht auf und geht zur Tür. Ich höre fremde Stimmen an der Tür. Oh je, was passiert denn jetzt? Ich wollte doch noch weiter gestreichelt werden. Das ist mir nichts. Ich gehe schleunigst in mein Bett, um von dort die Lage zu überprüfen. Jenny steht auch auf und umarmt die zwei fremden Menschen. Beide schauen mit großen Augen zu mir.
Keine Ahnung was das soll? Fühlt sich komisch an. Jetzt sitzen vier Menschen auf den Decken und unterhalten sich. Jenny schaut immer wieder zu mir und sagt meinen Namen. Kann ich da jetzt hin gehen? Vorsichtig setze ich eine Pfote nach der anderen aus meinem Bett und schleiche geduckt zu Jenny. Da weiß ich ja, dass ich bei ihr sicher bin. Jenny legt die leckeren Kekse in die Hände der zwei fremden Menschen. Das ist gemein! Ich möchte schon die Kekse fressen, aber dafür müsste ich näher zu diesen Menschen heran gehen. Och menno. Ich weiß echt nicht wie ich das machen soll. Ich recke meinen Kopf gaaaanz weit nach vorn. Mit der Zungenspitze erreiche ich gerade den Keks und sauge ihn ein. Ich husche mit dem Keks zurück in mein Bett. Geschafft.
Der andere Mensch zeigt mir auch seine Hand mit dem Keks. Traue ich mich nochmal? Jenny sitzt immer noch daneben. Ok, ich schaffe das nochmal. Vorsichtig tapse ich näher und mache mich wieder ganz lang. Meine Hinterbeine sind bereit für die Flucht. Ich komme gerade so an den Keks heran und flitze wieder zurück in mein Bett. Das geht nun ein paar Mal so. Und irgendwann wird es mir zu anstrengend immer wieder ins Bett zu huschen. Also bleibe ich dann neben Jenny sitzen. Sie strahlt mich an. Ok, dann mache ich wohl alles richtig.
Dann hält mir die fremde Frau, Jenny sagt, das sei meine Oma, ihre Faust und eine offene Hand hin. Hey, das Spiel kenn ich! Aus der Faust erreicht mich der leckere Geruch vom Keks. Ich stupse mit meiner Nase die offene Hand der Oma an und sie sagt „Touch“ und ich bekomme den Keks. Klappt. Und es passiert gar nichts weiter. Ich glaube ich kann hier sitzen bleiben. Danach mache ich das Ganze auch mit dem Opa. Das ist der fremde Mann. Beide freuen sich auch ganz doll, dass ich ihre Hand anstupse. Tolles Spiel. Macht jedem Spaß.
Irgendwann werde ich ziemlich müde und lege mich neben Jenny hin. Da streichelt mich eine Hand, die mir noch nicht so vertraut ist. Omas Hand. Aber diese Hand kann das auch schon ganz gut. Ich entspanne mich immer weiter. Dann spüre ich eine kräftige, ruhige Hand. Die vom Opa. Die fühlt sich auch liebevoll an. Ich glaube das sind freundliche Menschen. Ich glaube sie werde ich auch mögen. Aber gerade bin ich zu müde um weiter darüber nachzudenken. Oma und Opa.
Wer auch immer diese Menschen sind, streicheln können sie gut und wenn ich immer wieder Kekse bekomme, dann ist das super. Ich glaube es ist was tolles eine Oma und einen Opa zu haben. Mal gucken wieviele Omas und Opas ich noch kennen lernen werde. Aber jetzt, möchte ich nur noch schlafen. Bekomme ich davor noch einen Keks? Bitte?
Tierische Grüße, Dolima
